Grabt Brunnen, bevor der Durst kommt ...Bischof Aba Damian in der Stadtbücherei |
|
|
(24.11.2010 GW) Die Organisatoren von "Grabt Brunen, bevor der Durst kommt" hatten den koptischen Bischof
Anba Damian nach Lüdenscheid eingeladen. Und der Mann, der aus der Wüste kam, hatte viel zu erzählen. Bischof Anba Damian ist ein Geschichtenerzähler. 200 Zuhörer hingen in der Stadtbücherei an seinen Lippen, als er Geschichten über die Ikonographie, die Geschichte des koptischen Christentums und die Geschichte der koptischen Kirche in Deutschland erzählte. Auch seine eigene Geschichte ist interessant: 1955 geboren in Kairo / Ägypten kam er 1980 nach Deutschland, studierte Medizin und praktizierte zunächst im amerikanischen Militärkrankenhaus in Stuttgart, um nach Abschluss des Facharztausbildung in Radiologie in das Kreiskrankenhaus Mühlacker zu wechseln. Anba Damian war nach dem Tod seines Vaters nach ägyptischer Tradition als einziger Sohn für die Familie verantwortlich. Und dieser Verantwortung stellte er sich, bis seine vier Schwestern verheiratet und damit wirtschaftlich abgesichert waren. Erst jetzt konnte er seinem inneren Ruf folgen und sein Leben in den Dienst in der koptisch-orthodoxen Kirche stellen. Zwischen der Entscheidung und seiner Priesterweihe 1993 lagen nur zwei Jahre. Damian kannte Deutschland sehr gut, und so lag der Beschluss von Papst Shenouda nahe, ihn zum Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche in Deutschland zu benennen. Mit der Bischofsweihe 1995 wurde die Berufung offiziell besiegelt. Die alte Klosterruine Höxter-Brenkhausen wurde zu einem symbolischen Preis von 1 Mark vom Land Nordrhein-Westfalen gekauft und damit begann die Arbeit: mühevoll musste das verfallene Kloster zum Dienstsitz des Bischofs renoviert werden. Nach einer Pause befragte Brigitte Denger den Bischof: Nein, sie könne keine Koptin werden, weil nur Ägypter Kopten sein können. Aber dass sie Mitglied der fast 2000 Jahre alten koptischen Kirche werde, dagegen spräche nichts. Ja, der ökumenische Dialog muss noch weiter intensiviert werden, und man solle nicht das herausarbeiten, was die Kirchen trennt, sondern das pflegen, was sie vereint. Ja, man muss mit den Muslimen reden, auch über heikle Themen wie den Terrorismus. Und man muss die gemäßigten Muslime dazu bringen, ihre Meinung laut und deutlich in der Öffentlichkeit zu bekennen. Klar hat Deutschland eine christliche Tradition und wegen dieser Wurzeln darf man sich nicht schämen. Und so ging ein kurzweiliger Abend zuende ... |
|





